h. quynh nguyen

December 02, 2018

Brich es mir richtig oder brich es mir gar nicht.


Wir sind Generation Beziehungsgestört. Wir sind die, die Panik vorm Fallen haben. Wir sind die, die fallen gelassen wurden und die, die sich nicht fallen lassen können. Wir haben Angst, verletzt zu werden und Angst, zu verletzen. Wir sind treue Mitglieder im Club der gebrochenen Herzen. Und alles, was wir können, ist Risiken aus dem Weg zu gehen. Komm mir bitte nicht zu nah und rede bitte nie von Liebe. Versteh mich bitte nicht zu gut und lass mich bitte jetzt alleine. Und ja, vielleicht bist du der Richtige zur falschen Zeit, aber vielleicht bist du auch der Falsche zur richtigen Zeit. Und überhaupt, wie können wir glauben, dass alles erst richtig ist, wenn wir bereit dazu sind? Wie können wir glauben, dass alles einen perfekten Zeitpunkt hat und ausgerechnet wir wissen, wann der sein soll? Warum können wir nicht einmal den ganzen verdammten Weg gehen? Nur einmal uns darauf konzentrieren, worauf es in diesem Moment ankommt? Was in diesem Moment wichtig ist? Was in diesem Moment wichtig ist, ist nämlich nicht, woher wir kommen, sondern wohin wir wollen. Nicht, was uns passiert ist, sondern was passieren soll. Und kann sein, dass das alles nicht eintritt und wir wieder fallen werden und es weitere Male passieren wird, aber ist das nicht viel besser als zu erwarten, dass die Welt still steht bis wir bereit sind, um am Ende zu realisieren, dass dieser Zeitpunkt nie kommen wird, es aber dann zu spät ist?

June 09, 2018

Worum soll es in deinem Film gehen?


Es geht um Freundschaft. Um Erinnerungen. Es geht ums Wiederkommen. Es geht ums Weitermachen. Es geht um keine Antworten haben. Um Zukunftsangst, ums Nicht-sicher-sein. Ums Ich-hab-dich-vermisst und ums Lass-uns-das-nochmal-versuchen. Ums Keine-Ahnung, was das ist und keine Ahnung, wer wir sind. Keine Ahnung, was wir tun. Keine Ahnung, wo’s beginnt. Es geht um Momente. Es geht um den einen Satz, ganz nebenbei erwähnt, der sich nachts ins Gedächtnis schleicht. Um die eine Person, die sich vor lauter Zweifel ins Gewissen beißt und am meisten geht es ums Jetzt. Um die Gegenwart. Um das Heben und Senken der Brust, das Streben und Sehnen nach Luft. Vielleicht gehen wir auch daran kaputt, wenn kein Mensch mehr sagt, was er muss. Und worum es eigentlich wirklich geht, spielt doch auch letztendlich gar keine Rolle, denn heute gibt's Kuchen zum Frühstück.

May 10, 2018

Die Zeit auf unserer Seite, wir können darauf warten.


Ich liege auf der Wiese, du sitzt neben mir. Die Sonne wärmt meine Haut und ich bin froh darüber, dass der Sommer endlich in die Stadt gekehrt ist. Wir schweigen. Aus deinem Handy kommt leise Musik und ich nehme mir vor, später mehr von der Band zu hören. „Alles okay?“, fragst du plötzlich. Ich drehe meinen Kopf zu dir und schaue dich an. Du pustest noch den Rauch deiner Zigarette in die Luft bevor du meinen Blick erwiderst. Ich muss wieder an meine Freundin denken und unsere Gespräche über Turn Offs. Und irgendwie muss ich grinsen. „Ja, alles gut.“, sage ich und hebe demonstrativ meinen Daumen. Du ergreifst ihn mit deiner freien Hand und drückst meinen Arm wieder sanft ins Gras. „Nein ehrlich - es wäre okay, wenn nicht.“, versicherst du dann. Die Ernsthaftigkeit in deiner Stimme überrascht mich. Ich nicke und als hättest du genau darauf gewartet, entspannt sich deine Körperhaltung und du nimmst wieder einen Zug aus deiner Zigarette. Mein Blick bleibt auf dir. Ich weiß nicht warum, aber da ist etwas an dir, das mich seitdem einfach nicht los lässt.